Herren 1: Klassenerhalt? Aufstieg in die 1. Liga!
Am Samstag, dem 25.04.2026, stand für die Herren 1 des HC Andelfingen das letzte Spiel der Saison auf dem Programm und zugleich das alles entscheidende Aufstiegsspiel. Nach dem 25:23-Heimsieg im Hinspiel gegen die SG Städtli-Baden war die Ausgangslage klar: Eine Niederlage mit maximal einem Tor Differenz würde genügen, um sich den Traum vom ersten sportlich errungenen Aufstieg in die 1. Liga zu erfüllen.

Ein derartiges Entscheidungsspiel ist für die Andelfinger Löwen alles andere als Alltag. Entsprechend war die Anspannung vor dem Anpfiff spürbar. Auf dem Spielfeld selbst zeigte sich davon jedoch zunächst wenig: Beide Teams starteten konzentriert in die Partie, begegneten sich auf Augenhöhe und erzielten ihre Tore im Gleichschritt. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Vor allem die beiden Abwehrreihen standen kompakt und verhinderten einfache Abschlüsse. So waren es die Wyländer, die in der 28. Minute mit 12:10 in Führung lagen, verbunden mit dem Gefühl, das Spielgeschehen im Griff zu haben. Eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Andelfingen führte in der Folge zu einer taktischen Umstellung: In der Offensive wurde der Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers herausgenommen, um weiterhin in Gleichzahl agieren zu können. In dieser Phase zeigte sich jedoch die Nervosität: Mehrere ungenaue Pässe landeten direkt in den Händen der Badener, die diese Fehler eiskalt ausnutzten und mit einfachen Treffern ins leere Tor konterten. So kippte das Momentum, und die Andelfinger waren letztlich erleichtert, als die Halbzeitpause erreicht war, allerdings mit einem 13:15-Rückstand. Damit hatten die Aargauer den Rückstand aus dem Hinspiel zu diesem Zeitpunkt egalisiert.

Auch der Start in die zweite Halbzeit verlief aus Sicht der Andelfinger nicht nach Wunsch. Bis zur 43. Minute geriet man mit 16:22 ins Hintertreffen. Die Defensive der Badener agierte weiterhin aufmerksam und aggressiv, während sie offensiv konsequent auf Ballgewinne und schnelle Gegenstösse setzten. Die Andelfinger taten sich schwer, im Positionsangriff Lösungen zu finden. Trainer Julius Marcinkevicius reagierte in der Offensive und setzte über weite Strecken erneut auf das Spiel sieben gegen sechs, um mehr Druck zu erzeugen. Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Andelfingern, die Anzahl technischer Fehler deutlich zu reduzieren und so die einfachen Gegentore zu verhindern. Was folgte, war einmal mehr ein eindrücklicher Beweis für den Charakter dieser Mannschaft: Anstatt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, kämpfte man geschlossen weiter und arbeitete sich Schritt für Schritt zurück ins Spiel. Unterstützt von einer starken Torhüterleistung gelang es, den Rückstand kontinuierlich zu verkleinern. In der 54. Minute war es dann soweit, der Ausgleich zum 25:25 war geschafft. In der Schlussphase entwickelte sich ein hochdramatisches Spiel. Zwar lagen die Andelfinger in den letzten Minuten mehrheitlich knapp zurück, doch 47 Sekunden vor Schluss gelang erneut der Ausgleich zum 27:27. Die Spannung war kaum zu überbieten. Rund 20 Sekunden vor dem Ende erzielten die Badener nochmals die Führung zum 28:27. Trotz Manndeckung zum Schluss des Spiels blieb den Badenern keine Zeit mehr, um auf zwei Tore davon zu ziehen.

Am Ende stand eine knappe 27:28-Niederlage und dennoch der grosse Erfolg: Dank des Zwei-Tore-Vorsprungs aus dem Hinspiel gewinnt der HC Andelfingen das Aufstiegsduell mit einem Tor Differenz im Gesamtscore und sichert sich damit den ersten sportlichen Aufstieg in die 1. Liga. Ein historischer Moment für den Verein, der zwar bereits Erfahrungen in dieser Spielklasse sammeln durfte, bislang jedoch nie auf sportlichem Weg aufgestiegen war.
An dieser Stelle gilt ein grosser Dank den mitgereisten Fans, der SG Städtli-Baden sowie allen Beteiligten, die diese Aufstiegsspiele und die gesamte Saison zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Dieses Spiel hat einmal mehr den aussergewöhnlichen Teamgeist der Andelfinger unter Beweis gestellt. Ohne diesen Zusammenhalt wäre eine solche Leistung nicht möglich gewesen. Zu Beginn der Saison lautete das inoffizielle Ziel noch, den Klassenerhalt in der 2. Liga zu sichern, insbesondere aufgrund von Veränderungen auf zentralen Positionen und der Integration junger Spieler, die mehr Verantwortung übernehmen sollten. Doch es kam anders: Die Mannschaft startete furios in die Saison und reihte Sieg an Sieg.
Nach einer schwierigeren Phase im November, inklusive dem Ausscheiden im Ostschweizer Cup, rückte das Team noch enger zusammen. Diese Entwicklung zahlte sich aus: Anfang April sicherte sich Andelfingen den Gruppensieg im letzten Spiel gegen Wetzikon in der 2. Liga und krönte die Saison nun mit dem Aufstieg in die 1. Liga.
Nun darf gefeiert werden und das völlig verdient. Gleichzeitig wird die Mannschaft die Zeit nutzen, um sich zu erholen, bevor schon bald die Vorbereitung auf die nächste Herausforderung beginnt. In der 1. Liga warten Woche für Woche stärkere Gegner auf die Löwen. Ein besonderes Highlight wird zudem die Teilnahme am Schweizer Cup sein mit der spannenden Frage, welcher hochklassige Gegner den Weg in die Andelfinger Sporthalle finden wird.
Doch vorerst gilt: den Aufstieg geniessen, gemeinsam feiern, neue Energie tanken und am kommenden Dienstag gemeinsam die Basketballkörbe vom Harz befreien! 😉
Alle Aufstiegshelden der Saison 2025/26:
Bolli Janik, Büchi Jonas, Fischer Simon, Gehring Sven, Griesser Nino, Heiniger David, Hirtreiter Marcel, Hochstrasser Michael, Keller Silvano, Maurer Manuel, Meier Claude, Ramota Pepe, Rutishauser Jamie, Schäfli Kimon, Tecleab Benjamin, Vomsattel Bruno, Waser Philipp, Zucco Alessandro

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